Sonntag, 28. September 2008

Kalter Windhauch aus dem Westen...

Manchmal habe ich den Eindruck, es wäre nur mir aufgefallen: Die Georgier haben angefangen zu schießen, aber die Russen sind die Bösen...

Den NachDenkSeiten ist ein merkwürdiger Umgang mit einem Putin-Interview aufgefallen: Die Behandlung des Putin-Interviews in der ARD

Auch der Spindoktor hat einiges Interessantes gesammelt: Propaganda-Krieg im Kaukasus.

25 Milliarden für die US-Autoindustrie

Die amerikanischen Autobauer haben die Entwicklung sparsamerer Motoren und Alternativ-Antriebe genauso verschlafen wie die deutschen. Die Bundesregierung wollte die deutschen Konzerne durch die Erhöhung der Biotreibstoffquote unterstützen: Wenn mehr Bio im Tank ist, darf auch mehr verbraucht werden.

Dumm nur, dass die erhöhte Nachfrage nach Biotreibstoff...
  • die Preise für Nahrungsmittel explodieren ließ und die Zahl der hungernden Menschen erhöht hat,
  • die Rohdung von Regenwald in allen Teilen der Welt beschleunigte, so dass "Biotreibstoff" für das Klima noch schädlicher ist als Benzin aus Erdöl,
  • die weitere Vernichtung von Regenwald, die Lebensgrundlagen vieler Menschen, Tiere und Pflanzen unwiederbringlich zerstört, so dass an "Biotreibstoff" eigentlich überhaupt nichts "bio" ist.
Selbstredend hat keines dieser Argumente die Bundesregierung auch nur an eine Änderung ihrer "Biotreibstoff"-Politik denken lassen. Schließlich geht es um die Rettung der deutschen Autoindustrie! Die Wende in der Meinungsbildung der großen Koalition kam erst, als publik wurde, dass eine große Anzahl der zugelassenen Autos durch die erhöhte "Biotreibstoff"-Quote Schäden davon tragen würde. Tja, die Autoindustrie hat zwar so einige gut dotierte Ehrenpöstchen für Politiker zu bieten, aber wenn die Autobesitzer die Politiker nicht wieder wählen, wäre der Doppelt- und Dreifachverdienst passé.

Die amerikanischen Politiker dagegen tun nicht einmal so, als ob sie sich fürs Wahlvolk interessieren würden. Ein Bedenkenträger der Republikaner gab zwar kurz zu Protokoll, dass es doch "unamerikanisch" wäre, wenn der Staat die Unternehmen subventioniere (als ob es keine Subventionen für amerikanische und Handelsbarrieren für ausländische Unternehmen dort gäbe). Aber nun fließt das Geld reichlich an alle, die an die Pforte des Weißen Hauses klopfen. Arme Amerikaner oder gar Hungerflüchtlinge werden selbstverständlich nicht so weit vorgelassen.

tagesschau.de: 25 Milliarden Dollar für US-Autohersteller

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